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Augen auf beim Adresskauf

Aus gegebenem Anlass möchte ich heute ein paar Worte zu Co-Sponsoring und Adresskauf verlieren. Vor dem Hintergrund des Urteils vom 10.12.2014 (Az.: 2-06 O 030/14) gegen einen namhaften Adresshändler, scheint es sinnvoll dessen Opt-In-Prozess zu besprechen.

Die Kampagne wird bis heute betrieben und das Formular sehen Sie unten.

Adresskauf Augen auf

Hier wird lediglich auf die Tatsache hingewiesen, dass „einige“ Sponsoren und Kooperationspartner per „gesetztem Häkchen“ eine Werbeeinwilligung vom Gewinnspielteilnehmer erhalten. Das war offensichtlich nicht ausreichend. Sonst hätte der Adresshändler den Prozess auch nicht verloren.

Der Umfang der Einwilligung muss dort klar dargestellt werden, wo die Einwilligung auch gegeben wird. Da dies heutzutage per „gesetztem Häkchen“ passiert, darf hier eben auch kein Link zur Verfügung gestellt werden, der zu einer meistens überwältigend langen Liste von Sponsoren führt. Die Liste der Sponsoren muss sich auf derselben Seite wie die förmliche Einverständniserklärung befinden.

Der eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft hat bereits im letzten Jahr eine Richtlinie für zulässiges E-Mail-Marketing veröffentlicht, die in Punkt 2.4 „ Co-Registrierung und Adresskauf “ neben dem Hinweis auf die „gesteigerten Prüfpflichten“ der kaufenden Unternehmen auch eine verständliche Anleitung zur Durchführung eines „sauberen“ Gewinnspiels zur Verfügung stellt. Eine hinter einem Link versteckte Auflisting ist demnach überhaupt nicht zulässig:

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Zeit der blinden Co-Sponsoring-Kampagnen vorbei ist. Sich in einer unüberschaubaren Menge von Sponsoren zu verstecken um günstig an ein paar zusätzliche Leads zu gelangen barg bereits in der Vergangenheit Risiken und wird in Zukunft immer weiter deklassiert.

In Zeiten des aktiven Reputationsmanagements, im Zusammenhang mit einer guten Zustellbarkeit, schickt es sich einfach nicht mehr solche Kampagnen zu betreiben. Adressen, die über solche Kampagnen in den Verteiler gelangen, bringen eine erhöhte Complaint-Wahrscheinlichkeit mit sich und können den regulären Newsletterversand gefährden. Das geschieht entweder durch einen ISP-Block oder die vermehrte Spam-Klassifizierung, welche sich nicht nur auf die qualitativ minderwertigen Adressen aus der Co-Sponsoring-Kampagne beschränken wird.

Genügend Agenturen am Markt bieten bereits seit Jahren exklusive Leadgenerierungskampagnen an oder sichern eine begrenzte Zahl der Co-Sponsoren zu. Es ist also möglich weiterhin per Co-Registrierung neue Adressaten zu gewinnen.

Wenn also weiterhin neben dem eigenen Portal andere Quellen genutzt werden sollen um die Empfängerschaft zu erweitern, achten Sie auf folgendes:

  • Alle Sponsoren müssen namentlich genannt werden. Dies dient der späteren Zuordnung durch den Empfänger
  • Der Einwilligungstext muss genau sein. Die genaue Anzahl der Sponsoren muss vorhanden sein
  • Die Liste der Sponsoren muss auf derselben Seite geführt werden. Ein Link ist nicht ausreichend