E-vision Ausgabe 08-2007
E-vision Ausgabe 08-2007
Fehlzahlungen kosten bis zu 75 Euro Zusatzarbeit
Schon ein kleiner Fehler in den Bankverbindungsdaten Ihrer Kunden kann fatale Folgen haben: Eine Lastschrift wird nicht eingelöst oder eine Gutschriftsüberweisung erreicht den Empfänger nicht. Das ist nicht nur ärgerlich für alle Beteiligten, sondern kostet auch unnötig Geld.
Vor allem Unternehmen, die regelmäßig Zahlungsvorgänge mit einem großen Kundenstamm abwickeln, kennen das Problem. Ein unscheinbarer Zahlendreher bei der Kontonummer oder eine falsch zugeordnete Bankleitzahl verhindern die gewünschte Transaktion und führen zu zeit- und kostenaufwändigen Nachbearbeitungsprozeduren.
Derartige Fehler entstehen meistens beim Ausfüllen eines Formulars durch den Kunden oder bei der Übertragung der Daten in das eigene Datenbanksystem. Dabei sind sowohl die Bankleitzahlen als auch die Kontodaten der einzelnen Banken nach einer bestimmten Logik aufgebaut.
Was liegt also näher -
als die Bankverbindungsdaten von Kunden zu einem möglichst frühen Zeitpunkt auf ihre Stimmigkeit zu prüfen. Dies geschieht mit Hilfe von Bank Wizard, einer Software, die vom Experian Unternehmen Eiger Systems entwickelt wurde. Die Software verifiziert die Bankdaten gleich bei der Eingabe und korrigiert sie bei Bedarf.
Um dies leisten zu können, verfügt Eiger Systems über eine laufend aktuell gehaltene Datenbank mit den erforderlichen Informationen einer Vielzahl europäischer Banken. Nach dem Validierungsvorgang konvertiert die Software die Kunden-Bankdaten automatisch in das international gültige BIC- und IBAN-Format um, so dass ohne Zusatzarbeit auch grenzüberschreitende Transaktionen durchgeführt werden können.
Ein weiterer Vorteil für Sie: Ihr Kunden-Bankdatenpool ist damit bereits fit für die künftige Single Euro Payments Area (SEPA). Die Software von Eiger Systems ist in alle gängigen Betriebssysteme integrierbar und überprüft die Daten von Banken aus 44 Ländern (einschließlich aller EU-Länder).
Über ein Drittel der Einzelhandelsumsätze werden per Karte bezahlt
Der Anteil von Kartenzahlungen am Einzelhandelsumsatz in Deutschland erreichte 2006 insgesamt 34,1 Prozent. In den Vorjahren hatte er bei 33 Prozent (2005) und 31,6 Prozent (2004) gelegen. Das ergab eine Untersuchung des Kölner EHI Retail Institute für das Jahr 2006.
Ein besonders deutlicher Anstieg der Kartenzahlungen war danach bei den Lebensmittel-Discountern festzustellen, wo nun flächendeckend insbesondere hochpreisige Sonderpostenware per electronic cash bezahlt werden kann. Mit knapp 18 Prozent Kartenanteil liegen die Discounter zwar noch deutlich hinter den Großflächenbetrieben des Lebensmittelhandels (33,5% Anteil) zurück, das Volumen hat sich aber in nur zwei Jahren nahezu verdreifacht.
Bis 2010 rechnet das EHI mit einem weiteren verhaltenen Anstieg der Kartenzahlung bis auf einen Anteil von 40 Prozent. Inzwischen gilt das Bezahlen mit Plastikgeld in nahezu allen Branchen des Handels als Standard. Der Untersuchung des EHI liegt ein im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegener Einzelhandelsumsatz im engeren Sinne (ohne Kfz, Apotheken, Mineralöl, Versandhandel) von rund 355 Milliarden Euro zu Grunde.
An der Studie beteiligten sich diesmal 228 Handelsunternehmen mit 49.000 Betrieben aus 25 Branchen. Sie repräsentieren einen Umsatz von 160,3 Milliarden Euro und damit 45,2 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes.
Mit Instore-Inszenierung und Suchmaschinen-Optimierung auf dem Weg in die Zukunft
In der vorigen Ausgabe der e-vision haben wir davon berichtet, dass im Einzelhandelsmarketing eine Umschichtung von der Massenwerbung hin zu verstärkten Aktivitäten in Sachen Kundenbindung zu erwarten ist. Als weitere Zukunftsthemen gelten nach einer Untersuchung des Kölner EHI Retail Institute die Ausweitung des Instore-Marketings sowie das Einbeziehen von neuen Medien bei der Kommunikation mit den Verbrauchern.
Instore-Marketing umfasst im weitesten Sinne Konzepte und Maßnahmen, um das eigene Warenangebot speziell "in Szene zu setzen" oder im Rahmen besonderer Veranstaltungen außergewöhnlich zu präsentieren. Laut EHI ist eine erfolgreiche Umsetzung bereits bei so genannten Lifestyle-Warenhäusern zu erkennen.
Aber auch kleinere Einzelhändler können die Verbraucher durch besondere kreative Maßnahmen für ihr Angebot interessieren, indem sie zum Beispiel ihre Warenwelt mit der Lebenswelt des Kunden thematisch verbinden (Stichwort 'Supermarkt und Kochstudio'). Insgesamt stehen die im Rahmen der EHI-Untersuchung Befragten dem Instore-Marketing ausgesprochen positiv gegenüber.
Bei der Einschätzung, ob und in welchem Umfang neue Medien in der Verbraucherkommunikation künftig eine Rolle spielen werden, differieren die Meinungen doch recht stark.
Lediglich beim Online-Marketing und beim Mobile Marketing äußert ein Teil der vom EHI Befragten „Das ist die Zukunft“ (27,3% für Online-Marketing, 9,1% für Mobile Marketing).
Blogs und Suchmaschinen-Marketing schätzen sie immerhin als „gut möglich, dass dies die Zukunft ist“ ein (Blogs 54,6%, Suchmaschinen-Marketing 72,7%).
Anzumerken ist jedoch, dass Untersuchungen zu Themen wie „Online-Marketing“ und „Mobile Marketing“ meist zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen, da die Nutzung dieser Kommunikationswege für viele noch sehr neu und ungewohnt ist.
Neukundenakquise vs. Stammkundenpflege: Experten sagen, was Sache ist - und sind sich denkbar uneinig
Was ist eigentlich profitabler, neue Kunden zu gewinnen, bestehende Beziehungen zu pflegen oder abgesprungene Kunden zurück zu holen? Diese Frage beschäftigt Experten und Entscheider gleichermaßen. Eine eindeutige und für alle Unternehmen gültige Antwort kann es allerdings nicht geben.
Da ist zum Beispiel die Münchener Autorin Anne Schüller, die vehement dafür plädiert, das Zurückgewinnen von abgesprungenen Kunden als besonders wichtigen Beitrag zur Unternehmenssicherung zu begreifen. Ihr Hauptkritikpunkt: die Neukundengewinnung wird von einem „marktanteilsfixierten“ Management zu stark in den Vordergrund gestellt. Die Folge davon ist, dass alle Kräfte im Unternehmen auf das Gewinnen neuer Kunden fokussiert sind und die Bestandskunden damit zwangsläufig vernachlässigt werden.
Als Ergebnis einer solchen Strategie sieht Anne Schüller schlicht das Abwandern zur Konkurrenz. Dabei beruft sie sich auf eine Untersuchung von Research Now, nach der die deutschen Verbraucher – gleich hinter den Schweden – am zweithäufigsten bereit sind, einen Anbieter auch einmal zu wechseln. Und meistenteils sind, so Untersuchung, nicht das Produkt oder der Preis ausschlaggebend für die Abwanderung, sondern so genannte „softe“ Faktoren wie fehlende Servicebetreuung und mangelndes Problemmanagement. Außerdem merkt die Autorin an, dass eine Neukundengewinnung in vielen Branchen bereits ausgereizt ist und damit "echte Erstkunden" immer seltener werden. Es bliebe also letztlich nur das gegenseitige Abwerben.
Ganz anderer Meinung sind die Marketing-Professoren Christian Homburg aus Mannheim und Manfred Krafft aus Münster. In einem Beitrag im „Handelsblatt“ sehen sie gerade die Gewinnung von Neukunden als wichtigsten Erfolgsfaktor. Manfred Krafft äußert dort beispielsweise, dass so manche Unternehmen vor lauter Pflege der vorhandenen Kundenbeziehungen vergessen hätten, für den richtigen Nachschub an neuen Kunden zu sorgen.
Christian Homburg schließt sich dieser Auffassung an und liefert gleich Argumente mit, die auf Erkenntnissen aus einer von ihm durchgeführten Studie beruhen. Danach haben Unternehmen, die erfolgreich neue Kunden gewinnen, höhere Umsatzrenditen zu verzeichnen als die Konkurrenz. Überdies würde „eine gute Akquise“ das Wachstum fast doppelt so stark beeinflussen wie eine erfolgreiche Kundenbindung.
Doch ganz so rigoros beharren die Professoren nicht auf ihren Postulaten. Durchaus differenzierend weisen sie darauf hin, dass ein planloses Sammeln neuer Kunden auch nicht gerade optimal ist und nicht automatisch zum Erfolg führt. Als Lösung schlagen sie vor, bestehende und potenzielle Kunden nach ihrer Wichtigkeit zu sortieren und sich dann auf die umsatzträchtigsten Kundenkreise zu konzentrieren. Einmal mehr also der Beweis, dass es ‚die’ Lösung nicht gibt und auch nicht geben kann.
Dafür sind Unternehmen und auch Branchen zu unterschiedlich und das Konsumentenverhalten zu heterogen. Gut beraten ist sicherlich jeder Verantwortliche, der seinem vorhandenen Kundenstamm die gleiche Aufmerksamkeit schenkt wie dem Potenzial derer, die neu gewonnen werden könnten. Dabei können Erkenntnisse, wie sie in diesem Beitrag genannt wurden, durchaus hilfreich sein.
Wenn Anne Schüller auf die (oftmals unterschätzte) Relevanz „softer Faktoren“ hinweist, hat sie einfach Recht, denn wer auf Dauer schlechten Service bietet vergrault seine Kunden auch bei immer geringer werdenden Preisen. Und Christian Homburg liegt mit seiner Einschätzung bestimmt nicht falsch, dass Qualität vor Quantität geht – auch bei Kundengewinnung und Kundenbindung.
Die Jugend zeigt sich nicht nur unloyal gegenüber Marken... sondern ignoriert auch noch TV-Werbung
Hier einige Ergebnisse aus einer europaweiten Befragung von jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren.
Markenbewusstsein und Markenloyalität beim Kauf von Kleidung
Land | Marke generell wichtig | Treue zu einer Marke |
Deutschland | 43% | 22% |
Großbritannien | 40% | 42% |
Italien | 35% | 45% |
Dänemark | 28% | 18% |
Norwegen | 18% | 15% |
Mangelndes Interesse an TV-Werbespots
Land | Werbespots schaue ich nicht | Werbung spiegelt mein leben nicht wider |
Deutschland | 75% | 38% |
Niederlande | 79% | 60% |
Dänemark | 76% | 60% |
Italien | 50% | 60% |
Spanien | 50% | 53% |
Quelle: Future Foundation/Experian
Impressum
Experian Deutschland Holding GmbH
Zirkusweg 2 / Astra-Turm, 20359 Hamburg
Textredaktion: brisand kommunikation, Hamburg
Newsletter-Archiv
Newsletter-Archiv
Ausgabe 04-2008 - Deutschlands Markt für Gewerbeimmobilien zeigt Zuversicht
Ausgabe 12-2007 - Sinkende Besucherfrequenzen in der Adventszeit
Ausgabe 08-2007 - Fehlzahlungen kosten bis zu 75 Euro Zusatzarbeit
Ausgabe 05-2007 - Marketing-Trends im Handel
Ihr Abonnement
Ihr Abonnement
Klicken Sie hier um die e-vision kostenlos zu abonnieren! Sind Sie bereits angemeldet und möchten Ihre Daten ändern, klicken Sie bitte hier.
Wünschen Sie weitere Infos zu einem Beitrag, schicken Sie uns eine Mail!




