Deutsche Verbraucher haben Nachholbedarf bei Finanzdienstleistungen

Hamburg, 2. Oktober 2006.
Die Deutschen nutzen weniger Finanzdienstleistungen als viele ihrer europäischen Nachbarn. Das ist das Ergebnis einer europaweiten Umfrage von Experian/Future Foundation. Die Umfrageergebnisse belegen zudem: Unter den europäischen Verbrauchern gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede im Umgang mit Finanzthemen.
 
Karten, Konten, Kredite, Sparbücher, Lebensversicherungen, Wertpapiere: Deutsche Verbraucher nutzen durchschnittlich nur 3,7 Produkte aus dem breiten Angebot von Finanzdienstleistungen. Das bedeutet Rang acht unter den fünfzehn befragten Ländern. Den Spitzenplatz nehmen die Schweden mit durchschnittlich 6,8 Produkten ein. Es folgen die Dänen mit 6,4 und die Briten mit 5,5 Finanzprodukten.

Unterschiede zeigen sich auch bei der Einstellung zum Sparen und zu Schulden. Für Schweden ist es vollkommen normal, ein Sparguthaben und gleichzeitig Schulden zu haben – das trifft für fast jeden zweiten Schweden zu. In Dänemark haben 42 Prozent der Verbraucher sowohl ein Sparguthaben als auch Schulden. In Großbritannien trifft das hingegen nur auf 24 Prozent der Verbraucher zu und in Deutschland sogar nur auf 21 Prozent.

Mangelndes Vertrauen in die Beratung ist nicht der Grund für die Zurückhaltung der Deutschen bei Finanzdienstleistungen: 52 Prozent der Deutschen vertrauen auf den Rat ihrer Bank und von Finanzdienstleistern; nur in Dänemark liegt der Wert mit 58 Prozent noch etwas höher.

Die Deutschen lesen wenig, sofern es um ihre Finanzen geht – möglicherweise ein Hemmschuh für den deutschen Markt. Lediglich 15 Prozent der Deutschen geben an, sich als Leser über Finanzthemen zu informieren; verglichen etwa mit 44 Prozent in Norwegen und 38 Prozent in Großbritannien ist das eine kleine Leserschaft.

Darüber hinaus scheuen die Deutschen das Onlinebanking: Weniger als ein Viertel der Deutschen erledigt Finanzgeschäfte online. In den skandinavischen Ländern ist Onlinebanking dagegen der Normalfall – dort gehen mehr als 80 Prozent online, um ihre finanziellen Angelegenheiten zu regeln.

Elmo Hagendorf, Geschäftsführer Experian Deutschland, kommentiert: "Lesefaulheit und kaum Onlinebanking – unsere Studie zeigt, dass Banken und Finanzdienstleister es in Deutschland nicht ganz leicht haben, ihre Kunden zu erreichen und den Kundenwert zu maximieren. Das Potenzial für den Absatz von Finanzdienstleistungen ist aber hoch: Die deutschen Verbraucher haben Nachholbedarf." 

Hagendorf weiter: "Im Umgang mit Finanzdienstleistungen zeigen sich eine ganze Reihe von Unterschieden zwischen den Europäern. Die Italiener lieben beispielsweise das Sparen, allen anderen Angeboten begegnen sie mit noch größerer Zurückhaltung als die Deutschen. Für die Anbieter von  Finanzdienstleistungen ist es wichtig, die nationalen Besonderheiten der Märkte zu kennen und Trends zu beobachten, um erfolgreiche Vertriebsstrategien zu entwickeln."

Zur Studie:

Befragt wurden 16.000 Verbraucher in fünfzehn europäischen Ländern (Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Spanien, Italien, Frankreich, Niederlande, Großbritannien, Irland, Russland, Polen, Tschechien und Ungarn). Die Interviews wurden face-to-face geführt; in Skandinavien waren es Online-Umfragen.

Experian lädt Sie herzlich zur kostenfreien Informationsveranstaltung "Verbrauchertrends" ein, auf der die Experten von Future Foundation die Studienergebnisse erläutern. Termine: 12. Oktober in Hamburg, 13. Oktober in München. Weitere Informationen und Anmeldung

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