Experian Fraud Report 2026
Feb. 2026 | Pressemitteilung

Machine Learning wird zum wichtigsten Schutzschild für deutsche Unternehmen

Düsseldorf, Deutschland – 24. Februar 2026 – Deutschland erlebt einen Wendepunkt in der Betrugsprävention. Während Betrugsangriffe hierzulande durch den Einsatz Generativer KI so schnell, skalierbar und professionell werden wie nie zuvor, erzielen Unternehmen zugleich messbare Fortschritte in der Abwehr: 85 Prozent der deutschen Unternehmen berichten von einer höheren Erkennungsgenauigkeit durch den Einsatz von Machine Learning – ein Wert weit über dem internationalen Durchschnitt.

Das zeigt der Experian Fraud Report 2026, für den Forrester Consulting knapp 1.000 leitende Fraud-Entscheider:innen in neun Ländern in EMEA und APAC befragt hat. Die Studie beschreibt Betrug zunehmend als industrialisiertes Geschäftsmodell, das klassische Abwehrmechanismen überfordert und zu steigenden Umsatzverlusten führt. Für Unternehmen in Deutschland wächst damit der Druck, ihre Betrugsprävention technologisch und strategisch neu aufzustellen.

Dabei zeigen sich deutlich branchenspezifische Unterschiede. In Financial Services und Telekommunikation gewinnen insbesondere Social-Engineering-Angriffe und Identitätsdiebstahl an Bedeutung. Im E-Commerce stehen dagegen „Friendly Fraud“, das heißt der Missbrauch von Rückerstattungen im Vordergrund. Die unterschiedlichen Betrugsmuster verdeutlichen, dass Unternehmen ihre Präventionsstrategien stärker an branchenspezifische Risiken anpassen müssen.

Zentrale Studienergebnisse für Deutschland:

  • Steigende Schäden durch betrügerische Handlungen: 62 Prozent der Unternehmen in Deutschland berichten von höheren Verlusten durch Betrug im Jahresvergleich (EMEA & APAC: 64 Prozent)
  • Zunehmende Angriffsdynamik: 63 Prozent erwarten 2026 mehr Betrugsangriffe als im Vorjahr (EMEA & APAC: 67 Prozent)
  • Technologie-Lücke: 63 Prozent halten ihren aktuellen Fraud-Tech-Stack für nicht ausreichend (EMEA & APAC: 68 Prozent)
  • Klare Investitionsprioritäten: 74 Prozent planen Investitionen in passive Betrugsprüfungen wie Geräte- und Verhaltensdaten (EMEA & APAC: 73 Prozent)
  • Machine Learning zeigt Wirkung: 85 Prozent der deutschen Unternehmen mit ML-Einsatz berichten von messbar besserer Betrugserkennung (EMEA & APAC: 67 Prozent)

Betrug ist längst kein Randphänomen mehr, sondern ein strukturelles Risiko für die Wirtschaft – weltweit sprechen wir inzwischen von Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe. Der entscheidende Treiber dieser Entwicklung ist Künstliche Intelligenz: Sie macht Betrug skalierbarer, präziser und deutlich schwerer erkennbar“, sagt Jochen Werne, CEO von Experian DACH. „Für den Wirtschaftsstandort Deutschland bedeutet das: Betrugsprävention muss neu gedacht werden – technologieoffen, datengetrieben und mit einem klaren Fokus auf Qualität und Transparenz. Machine Learning ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Instrument, um Präzision zu erhöhen, regulatorische Anforderungen verlässlich zu erfüllen und Widerstandsfähigkeit aufzubauen. Unternehmen, die diese Fähigkeiten heute strategisch entwickeln, sichern nicht nur ihre Resilienz, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend digitalen Wirtschaft.

Generative KI verschärft die Betrugslage in Deutschland
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der Einsatz Generativer KI durch Betrüger. Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen stuft sie inzwischen als größte Betrugsbedrohung ein. Gleichzeitig geben 67 Prozent an, dass ihre bestehenden Identitäts- und KYC-Prüfungen nicht darauf ausgelegt sind, KI-generierte Dokumente zuverlässig zu erkennen.

Diese Lücke zeigt bereits konkrete Auswirkungen: 64 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland berichten von einer spürbaren Zunahme KI-gestützter Betrugsversuche. Zugleich bleibt das tatsächliche Ausmaß häufig schwer greifbar. Ein Großteil der Unternehmen gibt an, nicht eindeutig erkennen zu können, ob KI bei einem Betrugsfall eingesetzt wurde und gehen daher davon aus, dass bislang nur ein Teil des KI-gestützten Betrugsgeschehens sichtbar ist.

Machine Learning wird zum zentralen Hebel moderner Fraud-Prävention
Vor diesem Hintergrund rückt Machine Learning (ML) für deutsche Unternehmen zunehmend in den Mittelpunkt der Betrugsprävention. Der Einsatz zusätzlicher Datenquellen, insbesondere Geräte- und Verhaltensdaten, ermöglicht eine frühere und präzisere Risikobewertung, die mit klassischen Ansätzen allein nicht mehr zu leisten ist.

Die Wirkung ist messbar: 85 Prozent der deutschen Unternehmen mit ML-Einsatz berichten von einer verbesserten Erkennungsgenauigkeit. 71 Prozent geben an, dass sie damit Betrugsfälle identifizieren, die ohne ML unentdeckt geblieben wären. Gleichzeitig verbessert sich die operative Effizienz: 78 Prozent priorisieren manuelle Prüfungen gezielter, 74 Prozent verzeichnen sinkende False-Positive-Raten.

Besonders relevant ist die Fähigkeit zur kontinuierlichen Anpassung. 82 Prozent der deutschen Unternehmen bestätigen, dass das regelmäßige Retraining von Modellen ihnen hilft, mit der sich schnell verändernden Betrugslage Schritt zu halten. Für mehr als die Hälfte ist die Echtzeit-Erkennung von Betrug dabei der größte Vorteil von Machine Learning.

Zusammenarbeit gewinnt an Bedeutung
Neben technologischer Weiterentwicklung rückt auch die Zusammenarbeit stärker in den Fokus. International stimmen 73 Prozent der befragten Unternehmen zu, dass der Austausch von Fraud Intelligence entscheidend ist, um neuen Bedrohungen einen Schritt vorauszubleiben. Gleichzeitig betonen viele, dass Vertrauen und klare Rahmenbedingungen zentrale Voraussetzungen für erfolgreiche Kooperationen sind.

Für deutsche Unternehmen bedeutet das vor allem, dass Zusammenarbeit nur dann wirksam ist, wenn sie datenschutzkonform, regulatorisch belastbar und technisch sauber umgesetzt wird. Kooperation wird damit weniger zur Frage des „Ob“, sondern des „Wie“.

Die globalen Studienergebnisse finden Sie unter diesem Link.

Methodik

Der Experian Fraud Report basiert auf einer Umfrage unter 979 hochrangigen Entscheidungsträger:innen im Bereich Betrugsbekämpfung aus den Bereichen Finanzdienstleistungen, Telekommunikation und E-Commerce in neun Ländern: Australien, Dänemark, Deutschland, Indien, Italien, Neuseeland, Norwegen, Südafrika und Spanien. Die Studie wurde im Juli 2025 von Forrester Consulting durchgeführt, um die wichtigsten Trends im Bereich Betrugsbekämpfung zu ermitteln.

Die befragten Unternehmen repräsentieren ein breites wirtschaftliches Spektrum. Dazu zählen Organisationen mit Jahresumsätzen von 100 Millionen US-Dollar bis über 5 Milliarden US-Dollar sowie Unternehmen mit 500 bis mehr als 20.000 Mitarbeitenden. Der Report bildet damit sowohl große mittelständische Unternehmen als auch internationale Konzerne ab und liefert belastbare Einblicke in die Betrugsprävention komplexer Organisationen.

Über Experian DACH

Experian ist ein globales Daten- und Technologieunternehmen, das Menschen und Unternehmen weltweit neue Chancen eröffnet. Mit unserer einzigartigen Kombination aus Daten, Analytics und Software haben wir uns auch in der DACH-Region als einer der führenden Dienstleister für Risiko-, Fraud- und Identitäts-Management etabliert.

Experian unterstützt Unternehmen aller Größen und Branchen smartere Entscheidungen zu treffen, verantwortungsbewusster Kredite zu vergeben und sich sowie ihre Kunden vor Identitätsbetrug und Kriminalität zu schützen. Privatpersonen wird so ein besserer Zugang zu Finanzdienstleistungen wie Darlehen, Versicherungen, Mobilfunkverträgen oder Online-Shopping ermöglicht.

Wir investieren in unsere talentierten Mitarbeitenden sowie in neue, fortschrittliche Technologien, um die Macht der Daten zu nutzen und Innovationen voranzubringen. Wir beschäftigen 25.200 Mitarbeitende in 33 Ländern und sind ein FTSE 100-Unternehmen, das an der Londoner Börse (EXPN) notiert ist. Unser Hauptsitz befindet sich in Dublin, Irland.

Weitere Informationen finden sich auf www.experian.de, www.experian.at, www.experian.ch.

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